„Die Quelle und der Weg dorthin!“

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Die Quelle und der Weg dorthin!
von Diana Krahn

Ich habe mich vor einigen Jahren aufgrund eines für mich traumatischen Ereignisses auf einen neuen Weg begeben. Raus aus dem System, weg von den Idealvorstellungen einer Gesellschaft, die den Einzelnen nicht mehr achtet. Mein Haus habe ich verkauft, meine langjährige Beziehung, die sich totgelaufen hatte, beendet und einen zukunftssicheren Job gekündigt. Durch die Ausbildung zur Hero´s Journey Instruktorin bin ich auf einen ganz eigenen Weg gekommen. Ein Weg, der für mich ein großes Glück bedeutet. Aber es ist kein ebener Weg, nein, auch Tiefen sind zu überwinden, besonders wenn alte Muster und Glaubenssätze wieder anklopfen und transformiert werden wollen. Heute möchte ich Euch an so einem Tiefpunkt teilhaben lassen und habe meine Gedanken, so wie sie mir in den Sinn gekommen sind, aufgeschrieben.

Ein Weg, den ich gehe und der plötzlich nicht mehr sichtbar ist. Verloren? Wohin? Nebel um mich herum, Dunkelheit, nicht einmal der Mond als Wegweiser. Was tun? Verlieren? Aufgeben? Ohnmächtig zuschauen?Wieder einmal an einem Ort, einem Ort in mir, der sich so verlassen anfühlt und von dem ich fliehen möchte. Angst, die mich übermannt, Sorgen, die mich zerfressen, Hilflosigkeit, die mich zu Boden drückt. Dies Alles ist mir bekannt, schon hunderte Male erlebt. Tage, in denen ich mich selbst nicht leiden kann, mir Vorwürfe mache, mich für meine Schwäche schäme und mich so furchtbar klein fühle. Ein Ort, der mich bewegungsunfähig macht, verloren im Nirgendwo. Und nicht nur das, Abhängigkeit steht in großen Buchstaben vor mir geschrieben. Abhängig von der Anerkennung durch Andere, abhängig von der Stärke Anderer, bedürftig, fremdbestimmt. Hundert Mal so erlebt, hunderte Male derselbe Film.

Aber – jetzt, jetzt ist etwas anders. Ich habe die Heldenreise mit Pferden erlebt, die mich lehrt, immer wieder, diesen – meinen Ort – genauer anzuschauen. Nicht mehr zu fliehen, keine Ausreden zu finden, da zu bleiben und zu warten, zu beobachten und zu verstehen. Das Gold zu finden, das Licht, die Freude und den Frieden, der mich aufatmen lässt.

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Denn dieser Ort ist mein größter Schatz. Es ist meine Quelle, meine Verbindung zu mir, meine Verbindung zu etwas viel Größerem, meine Erleuchtung.
Aber, der Widerstand ist da, ich spüre ihn, er wird größer. Ich wende mich ab, kann mich nicht ertragen. Ich kenne diesen Teil, kämpfe mit mir und dann, dann drehe ich mich wieder um. Ich kann nicht mehr fliehen, habe keine Kraft mehr dazu.
Schon hundert Mal gefragt, wie ich diese Situationen besser meistern kann, schon hunderte Methoden ausprobiert. Es soll doch so einfach sein. Aber wie? Und dann, dann erinnere mich an die vielen Pferde der Heldenreisen. Ich stehe da, mache nichts, schaue zu, wie meine Ängste, meine Wut, wie alle Gefühle kommen. Es schüttelt mich, es ist fast unerträglich.
Aber ich schaue den Ängsten, den Sorgen und vor allen Dingen der erlernten Hilflosigkeit ins Gesicht, spüre sie, nehme sie wahr und ein Wandel kann beginnen.

Und dann sind sie wieder da, die ungewöhnlichen Fragen. Was ist, wenn dieses Verlorensein mich MEINEN Weg wieder finden lässt? Wenn genau dieser Teil mich über mich hinaus wachsen lässt? Wenn hier, auf der dunklen Strecke, auf der ich mich nur vortasten kann, in der das Sehen nicht hilft, die Fähigkeiten liegen, die ich brauche, um mein Leben zu gestalten, selbst zu bestimmen und zu genießen? Und ich erinnere mich, werde erinnert, dass alles seine Zeit braucht. Das Leben verläuft nicht glatt, sondern in Rhythmen und Zyklen und alles hat seinen Platz.

„Entschleunigung“ als Schlagwort.
Langsamer werden, damit ich verstehe.
Zeit lassen, um reifen zu können.
Fühlen, damit ich bewusst werde,
Rückzug, um mich selbst zu finden und
Handeln, wenn der richtige Augenblick da ist.
—-KAIROS ZEIT—-

Ja da ist sie wieder, die Erkenntnis, dass ich dissoziiert war, nicht bei mir und die ganzen Gefühle nur meine Helfer sind.
Und dann– betrachtet, erlebt, gefühlt in der Kairos Zeit, wird es plötzlich heller. Schatten verschwinden, ein Licht erscheint, magische Anziehung, ist das die Führung?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAlles ordnet sich neu, ich springe in den Fluss des Lebens. Fragen tauchen auf, die mich weiter führen.
Was ist, wenn ich meine Neugier einlade, mich auf diesen Weg zu begleiten, ohne Wenn und Aber?
Nicht zurückscheue, wenn es schwierig wird? Wissend, dass die Angst mich begleitet und mich auch manchmal übermannen kann? Das alles sein darf, zu seiner Zeit,in seiner eigenen Geschwindigkeit?
Antworten kommen – diesmal von diesem Ort, der einst so viel Furcht auslöste. Ich spüre es, der Weg lohnt sich. Es ist eine Quelle tief in mir. Eine Quelle, die mir so viel Schönes bescherte und die ich doch immer wieder versuche zuzuschütten, weil sie mich fordert, herausfordert.
Aber sie versiegt nicht, weil ich mit Tieren lebe.

Meine Pferde, Hunde, Katzen und selbst die Kleinsten, die Meerschweinchen fördern sie wieder zu Tage, jeden Tag neu. Sie erden mich, geben mir gefühlvolle Momente, lassen mich Sein, spülen meinen Gedankenmüll beiseite, holen mich in meiner Angst ab und geben mir Kraft.

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Autor/-in: Diana Krahn


Auf einer Pferdemesse fiel mir das Buch von Linda Kohanov, „Der bewußte Weg mit Pferden“ in die Hände. Über das Buch kam ich zur Heldenreise mit Pferden. Auf einmal machten alle Erfahrungen meines Lebens, auch die noch so schmerzhaften, Sinn. Ich sah plötzlich einen roten Faden, eine Geschichte. Der Aufbruch in ein neues, erfülltes Leben, in dem ich Menschen durch meine Erfahrungen und Fähigkeiten helfen kann, sich ebenfalls auf den Weg zu begeben. Zu diesem Zweck ließ ich mich von Ulrike Dietmann zur Hero´s Journey Instruktorin ausbilden.
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3 Kommentare
  1. Lesse wenn zeit hast .ich kann deine herde nicht nehmen.und helden reisen kenne ich auch nicht.vieleich ein bis zwei .wenn du sie nicht zusammen unter bekommst.wir haben eine tolle rentner gruppe.alle noch fitt.wilma genist noch mal gemütliche schritausritte .23Shir.das pony ist ca.30 jah.hat aber vergessen das er alt ist geht als 4durch.und abassa lebt seit 12 jahren bei uns sie ist eine 22jährige kladruber stute mit klahren aussagen aber lieb.sie ist mein traum .ein pferd was mich trägt ohne draufzusitzen.sie ist für mich so ohne worte. sie hat auch schon genug durchgemacht.und ich hab robust haltung .ich schicke dir ein lächeln und ein sonnen strahl der dich heute morgen trifft sagt die was richtige ist.und nichts überstürzen.liebe grüße auch wenn nicht beckand die schäferin aus dem flachen land.

    • Hallo,
      dass Du eine Rentnergruppe hast und ihre Weisheit zu schätzen weißt, ist was ganz Tolles. Auch Dein Statement über die Kladruberstute ist etwas, was aus dem Herzen kommt und darum geht es uns allen.
      Danke für das Lächeln. Ich werde es Silke Frisch-Branderup weitergeben, da es ihre Herde ist, von der Du sprichst.

      Grüsse Diana Krahn

  2. aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat. Steht auf, wir wollen weggehen von hier.

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